Ministerin Stolz macht sich für eine Reform der Pflegeausbildung stark
Stolz: „Die Entwicklung im Gesundheitswesen fordert ein Umdenken in der Pflege“
13.07.2009 „Zusammen mit dem „Stuttgarter Modell“ haben sich inzwischen allein bei uns im Land 14 Modelle auf den Weg zu neuen Formen der Pflegeausbildung gemacht. Das ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz heute (13. Juli) bei der Fachtagung „Gestufte Kompetenzprofile in der Pflege: Potentiale und Herausforderungen der Zweijährigen Modellausbildung“ in Stuttgart. So sei beispielsweise bereits im Frühjahr der Nachweis gelungen, dass in einer vierjährigen Ausbildung alle Inhalte von derzeit drei Pflegeausbildungen vermittelt werden können.
Allerdings liege eine rechtliche Änderung der Rahmenbedingungen für die Altenpflege, die Gesundheits- und Krankenpflege sowie für die Kinderkrankenpflege in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes. „Die aus den Modellprojekten gewonnenen Erkenntnisse haben überzeugt. Die Gesundheitsminister aller Bundesländer haben jüngst auf meine Initiative hin die Bundesregierung aufgefordert, jetzt eine Reformierung der Pflegeausbildungen in Angriff zu nehmen“, stellte die Ministerin klar.
Die bisherigen Bemühungen bei der Weiterentwicklung der Pflegeberufe zielten allerdings ausschließlich auf die dreijährige Fachausbildung und die Etablierung von Hochschulbildungsgängen ab. In einem weiteren Schritt müsse es nun darum gehen, dass die in der Regelungskompetenz der Länder liegenden unter dreijährigen Ausbildungen mit der Weiterentwicklung Schritt halten. „Was nützt uns eine exklusive Hochrüstung der dreijährigen Fachkraftausbildung für komplexe Pflegesituationen, wenn wir nicht zugleich dafür sorgen, dass eine Ebene darunter, im großen Bereich der planbaren und gleichförmigen Pflegeleistungen, kein Vakuum entsteht“, sagte die Ministerin. Über das spezielle Berufsbild des Servicehelfers oder des Alltagsbetreuers könne viel abgedeckt werden, das bisher zu einem großen Teil von Pflegekräften erledigt werden musste.
„Wir sind in der Verantwortung, zeitnah Personen zu qualifizieren, um angemessen auf die steigenden Bedarfe in der Pflege zu reagieren“, erklärte Stolz. Dies sei auch der einzige vertretbare Weg, um der Ausweitung illegaler Tätigkeiten zu begegnen ohne Menschen in ihrer Bedürftigkeit alleine zu lassen.
Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales



